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Gabler Verlag Dissertation Definition

Eine kumulative Dissertation (auch als Sammeldissertation bezeichnet)[1] bezeichnet eine Art der Dissertation, die durch mehrere Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zur Promotion führt.

Abgrenzung zur monografischen Dissertation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu einer im deutschsprachigen Raum üblichen Monografie als Promotionsleistung werden auch dort zunehmend die aus anderen Ländern bekannten kumulativen Dissertationen zugelassen. Hierbei reicht der Doktorand statt der Monografie eine Anzahl von Veröffentlichungen in Fachzeitschriften ein. Es gibt im deutschsprachigen Raum noch keinen Quasistandard dafür, welche Veröffentlichungen zur Einreichung zu zählen sind. Denkbar sind beispielsweise Modelle, bei denen entweder eine Veröffentlichung in einem A-Journal (= in einer Zeitschriftenbewertung somit als inhaltlich für die Disziplin sehr relevant und methodisch sehr rigoros eingestuft), zwei in einem B-Journal oder drei in einem C-Journal zur Einreichung geeignet sind oder Modelle, bei denen die Prüfungskommission entscheidet, welche Veröffentlichungen zur Promotion ausreichend sind. Bei letzterem Modell kommt der Doktormutter bzw. dem Doktorvater wie schon bei der Monografie die entscheidende Rolle zu. Um sowohl die fachliche Breite als auch Tiefe nachzuweisen, wird oftmals gefordert, dass mindestens eine Veröffentlichung globalen und einen speziellen Charakter hat. Es gibt jedoch auch Modelle, die fordern, dass alle Artikel thematisch unmittelbar zusammenhängen, um Expertise in diesem Gebiet nachzuweisen.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kumulative Dissertation wird nicht nur von den Gutachtern des Promotionsverfahrens beurteilt, sondern inhaltlich auch in einem unabhängigen Verfahren, etwa im Peer-Review-Prozess anerkannter Fachzeitschriften. Dadurch erhalten die Forschungsergebnisse auch ein größeres Publikum verglichen mit vielen herkömmlichen Monografien, die bislang in nur wenigen Bibliotheken zugänglich waren, solange sie nicht gesondert als Buch in einem Verlag publiziert wurden. Der Qualitätsanspruch dieser Veröffentlichungen entspricht damit international gültigen Konventionen. Diese Vorteile spielen vor allem in Fächern wie den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin eine Rolle, wo Forschungsergebnisse fast nur in Fachzeitschriften und nicht in Buchform veröffentlicht werden. Weitere Vorteile liegen im Zeitgewinn sowohl bei der Abfassung, als auch bei der Begutachtung einer kumulativen Dissertation.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Problem für den Doktoranden ergibt sich durch die Schwierigkeit, die Zeit bis zur Veröffentlichung abzuschätzen, wodurch die Karriereplanung erschwert ist. Es ist bei einer herkömmlichen Monografie viel einfacher, das Ende des Verfahrens abzuschätzen. Dem wird entgegengetreten, indem die Veröffentlichung in der Fachzeitschrift nicht zum Kriterium für die Promotion erhoben wird. So können bereits Artikel, die von der Promotionskommission als vergleichbar mit Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften eingestuft werden und solche, die sich noch im Begutachtungsverfahren der Fachzeitschrift befinden, als Teilleistung für die Promotion gelten.

Ein weiteres Problem ist die Vergleichbarkeit kumulativer Promotionen, weil in den meisten Promotionsordnungen weder die Anzahl der benötigten Publikationen noch die Qualität der Fachzeitschriften, in denen veröffentlicht wird, oder der notwendige Anteil des Promovenden bei Publikationen mit mehreren Autoren klar festgelegt ist. Das gilt auch für Monographien, sodass zwischen Universitäten und Fachbereichen schwankende Anforderungen an eine Dissertation gelten.

Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verfahren kann im Vergleich zum herkömmlichen einen internationalen Standard insofern einführen, als die Veröffentlichung in internationalen fachrezensierten (peer-reviewed) Zeitschriften zum Standard in einer Disziplin gehören - wo wissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt vorrangig über Zeitschriften läuft, kann es für die wissenschaftliche Karriere sinnvoll sein, sich schon im Rahmen der Promotion in dieses Spiel einzubringen. Der Peer-Review führt dabei im Idealfall mit einer unabhängigen Peer-Meinung eine weitere (internationale) Bewertung ein; ob die dann wissenschaftlichen Kriterien verpflichtet ist - denen immerhin auch die Promotionsordnungen Folge zu leisten vorgeben -, kann man wohl nur im Einzelfall abschätzen. Rein rechnerisch erhöht das Verfahren die Anzahl der Publikationen an einem Universitätsinstitut, was dessen Mittelzuweisungen beeinflussen kann. Eine zusätzliche methodische Präzision ist mit einer kumulativen Promotion nicht zwingend verbunden. Qualitätsmäßig sind geschriebene Aufsätze mit unterbliebenen Monographien schwer gleichzusetzen. Idealerweise können kumulativ Promovierte ihren wissenschaftlichen Ruf mit dem der Fachzeitschriften beeinflussen, in denen ihre Artikel veröffentlicht wurden; den per Monographie Promovierenden bleibt dafür nur eine Chance. Allerdings wird man wohl sagen dürfen, dass, wer ernsthaft wissenschaftliche Karriereziele verfolgt, nicht bis zur Veröffentlichung der Monographie wartet, sondern schon im Laufe der Arbeit verschiedene Bausteine davon an geeigneter, wo möglich fachrezensierter Stelle platziert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper, Eva Molitor (Hrsg.): Erfolgreich promovieren: ein Ratgeber von Promovierten für Promovierende, [THESIS - Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.]. 3., wesentlich überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer Gabler, Berlin / Heidelberg 2014, S. 41f, ISBN 978-3-642-41662-0.
  • Gerhard Wiegleb: Die kumulative Dissertation, in: Aus Forschung und Lehre, Juni 2013 (academics.at).

Beispiele von kumulativen Online-Dissertationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Volltext - online - kostenfrei)
  • Florian Krick: Lehrpläne zwischen Offenheit und Verbindlichkeit: zur Standardisierung pädagogischer Qualität im Sportunterricht Frankfurt am Main 2007, DNB 98497931X ([Kumulative] Dissertation Universität Frankfurt am Main 2007, enthält 3 Sonderabdrucke aus verschiedenen Zeitschriften und Publikationen Volltext kostenfrei PDF, kostenfrei, 96 Seiten, 1,4 MB).
  • Christopher Kofahl: Determinanten der Belastung, Entlastung und Lebensqualität betreuender Angehöriger älterer Menschen, Hamburg, 2010, DNB 1007390115 (Kumulative Dissertation zur Erlangung der Würde des Dr. phil. am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg 2010, 308 Seiten Volltext online PDF, kostenfrei 308 Seiten, 11 MB).
  • Jan Snagowski: Cybersex addiction: Conditioning processes and implicit cognition. Universitätsbibliothek Duisburg-Essen, Duisburg / Essen 2016, DNB 1098130561 (Kumulative Dissertation Universität Duisburg-Essen 2016, 156 Seiten, Betreuer: Matthias Brand, Volltext online PDF, kostenfrei, 156 Seiten, 2 MB, englisch).
  • Thomas Wöhner: Lösungskonzepte für Qualitätsprobleme in der Wikipedia, Halle 2013, (Kumulative Dissertation Universität Halle (Saale) 7. Mai 2013, Referenten Stefan Sackmann und Ralf Peter, Inhaltsverzeichnis (PDF), mit 5 Zeitschriftenbeiträgen).

Offline[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Wittmann: Kumulative Dissertation. [Mannheim] 2005, DNB 985658673, (Kumulative Dissertation an der Universität Mannheim 2005, 42 Seiten, enthält 3 Sonderabdrucke aus verschiedenen Zeitschriften, englisch, Biowissenschaften, Biologie, Landwirtschaft, Veterinärmedizin, siehe auch WorlCat: OCLC197883315)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kumulative Dissertation - Doktor auf Raten, DIE ZEIT, 11. Oktober 2007, Nr. 42.
  • Büro der Studienpräses: Leitfaden für kumulative Dissertationen - Universität Wien (PDF, kostenfrei, 4 Seiten, 125 KB).
  • Beispiel einer kumulativen Online-Dissertation im Bestand DNB (Katharina Gries: Synthese und Charakterisierung neuartiger Hybridmaterialien aus Polymer-geschützten Goldnanopartikeln, Magdeburg 2012, PDF, kostenfrei, 56 Seiten, 1,7 MB, enthält 9 Sonderabdrücke aus verschiedenen Zeitschriften. Beiträge teilweise deutsch, teilweise englisch).
  • Ortwin Greis: Ein Beitrag zur Strukturchemie der Selten-Erd-Trifluoride Beispiel einer kumulativen Dissertation an der Universität Freiburg im Breisgau 1976, bestehend aus 5 Sonderdrücken aus wissenschaftlichen Zeitschriften, Details nicht erwähnt, siehe auch in WorldCat: OCLC311941864
  • Allgemeine Informationen zu den Abschlussarbeiten: Die Einreichung einer Dissertation in Form von Artikeln für wissenschaftliche Fachzeitschriften („kumulative Dissertation“) ist nicht möglich Universität Salzburg 15. September 2016.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑Stock, Schneider, Peper, Molitor (Hrsg.): Erfolgreich Promovieren, 2009, 2. Auflage, Springer Verlag, S. 40.

Eine wissenschaftliche Arbeit ist ein systematisch gegliederter Text, in dem ein oder mehrere Wissenschaftler das Ergebnis seiner oder ihrer eigenständigen Forschung darstellt. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Allgemeinen an Hochschulen oder anderen, auch privaten, Forschungseinrichtungen und werden von Studenten, Doktoranden, Professoren oder anderen Forschern verfasst. Dies ist jedoch kein zwingendes Merkmal. Vor wissenschaftlichen Konferenzen oder bei Sonderausgaben einer wissenschaftlichen Zeitschrift wird in einem call for papers zum Einreichen wissenschaftlicher Arbeiten aufgefordert.

Wissenschaftliches Arbeiten zielt auf die Schaffung neuen Wissens, und eine wissenschaftliche Arbeit im Sinne dieses Lemmas ist eines von mehreren Formaten, in denen Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens dargestellt werden können. Andere Formate wären z.B. Vorträge auf einer wissenschaftlichen Konferenz.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Methodik richtet sich grundsätzlich nach der jeweiligen Fächerkultur und den in ihr gebräuchlichen Methoden. In Wissenschaften, die zwischen theoretischen und empirischen Arbeitsweisen unterscheiden, unterscheidet man theoretische Arbeiten, die Thesen auf Basis vorhandener Literatur entwickeln oder überprüfen (auch: Literaturstudie), von empirischen Arbeiten, bei denen Forschung unmittelbar am Untersuchungsgegenstand betrieben wird, die dann im Rahmen der Arbeit dokumentiert wird. In hermeneutisch ausgerichteten Fächern kann, je nach Fach und Erkenntnisziel, zwischen untersuchungs- und gutachtenbezogener Stilistik sowie berichtender oder auslegender (analytischer) Zielrichtung unterschieden werden, wobei es auch entsprechende Kombinationen gibt. So können z. B. Quellenlage und Forschungsstand berichtet werden, bevor die Quellen analysiert werden, oder es kann z. B. zunächst eine Analyse vorgenommen werden, die sodann im Lichte des Forschungsstandes diskutiert wird.

Im Rahmen eines Hochschulstudiums müssen Studenten mehrmals wissenschaftliche Arbeiten erstellen, nämlich Hausarbeiten, Studien- und Seminararbeiten. Abgeschlossen wird das Studium regelmäßig durch eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, also beispielsweise eine Diplom-, Magister-, Bachelor- oder Masterarbeit, die vom Betreuer, dem verantwortlichen Hochschullehrer und ggf. weiteren Fachleuten begutachtet werden.[1]

Für diese Examensarbeiten gilt in besonderem Maße, dass sorgfältige und gewissenhafte Beratung und Betreuung der Examenskandidaten durch den oder die betreuenden Hochschullehrer eine wichtige Grundlage für ihr Gelingen darstellt.[2] Weitere Grade für höhere wissenschaftliche Qualifikation erreicht man durch eine Dissertation und Habilitationsschrift. Erst ab der Dissertation wird erwartet, dass die Arbeit nicht nur den Forschungsstand wiedergibt, sondern einen größeren Erkenntnisfortschritt mit sich bringt. Kleinere Erkenntnisgewinne werden bereits bei einer Bachelorarbeit erwartet.[3]

Die Bestandteile der wissenschaftlichen Arbeit sind nicht normiert; häufig werden sie vom Betreuer vorgegeben, etwa in einem speziellen Leitfaden. Studienabschlussarbeiten und weiterqualifizierende wissenschaftliche Arbeiten bestehen in der Regel aus folgenden Bestandteilen: Titelblatt; Vorwort; Inhaltsverzeichnis; Abkürzungsverzeichnis; Abbildungs-, Tabellen- oder Übersichtenverzeichnis; Textteil (Problemstellung, Begriffsabgrenzung, historische Anmerkungen, Untersuchungsmethode - nur bei empirischen Arbeiten -, Gang der Untersuchung, Hauptteil(e), Zusammenfassung oder Fazit oder Ausblick); Anhang; Literaturverzeichnis; Ehrenwörtliche Erklärung.

Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Wissenschaftsbetrieb auch, indem Forschungsberichte (über Forschungsergebnisse) oder wissenschaftliche Artikel für Fachzeitschriften geschrieben werden. Auch für diese Werke gelten die Anforderungen der Wissenschaftlichkeit.

Wissenschaftliches Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliches Arbeiten beschreibt ein methodisch-systematisches Vorgehen, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind. Das bedeutet, Quellen werden offengelegt (zitiert) und Experimente so beschrieben, dass sie reproduziert werden können. Wer eine wissenschaftliche Arbeit liest, kann stets erkennen, auf Grundlage welcher Fakten und Beweise der Autor zu seinen Schlussfolgerungen gelangt ist, auf welche Forschungs­ergebnisse anderer Wissenschaftler er sich beruft (Zitation) und welche (neuen) Aspekte von ihm sind.

In den Geistes- und Naturwissenschaften beruht der Anspruch an wissenschaftliches Arbeiten auf dem Grundsatz, dass es zu einem Thema nie nur eine Informationsquelle gibt, sondern immer mehrere. Die folgenden Vorgehensweisen sind dabei vor allem für Geisteswissenschaften charakteristisch.[4]

In einem ersten Schritt legt der Wissenschaftler zu den wichtigsten Aspekten seines Themas eine schlüssige Grobgliederung an und sichtet auf ihrer Grundlage geeignete Quellen (Primär- und Sekundärliteratur).[5] Er geht in Archive bzw. in Bibliotheken und sucht sich wissenschaftliche Arbeiten zu seinem Thema oder zu Aspekten seines Themas. Er stellt eine Bibliographie zusammen und schreibt Exzerpte. Im Literaturverzeichnis der Arbeit braucht er später aber nur die Werke zu erwähnen, die auch zitiert wurden. Die Grobgliederung und Literaturrecherche ergänzen und entwickeln sich dabei gegenseitig, sodass die Literaturrecherche neue Gliederungspunkte hervorbringen kann, was wieder neue Literaturrecherchen auslösen kann usw.

Im zweiten Schritt überschaut er das Material und vergleicht Quellen und Literatur. Die Ziele können dabei vielfältig sein. Beispielsweise kann ein Autor versuchen, Unstimmigkeiten in der Literatur aufzudecken, mehrere Positionen zusammenzuführen, einzelne Positionen zu widerlegen oder sie zu präzisieren oder auszubauen. Wichtig ist auch, dass der Autor eine eigene Meinung entwickelt.[6] Diese „eigene Meinung“ darf jedoch nicht mit der Wiedergabe der eigenen Emotionen oder der subjektiven Wahrnehmung eines Themas verwechselt werden. Der Autor nimmt vielmehr einen fundierten wissenschaftlichen Standpunkt ein, den er durch intensive Beschäftigung mit seinem Forschungsgegenstand erreicht hat.[7] Ob die eigene Meinung einen innovativen Beitrag zur Forschung darstellen muss, hängt davon ab, in welchem Rahmen man die wissenschaftliche Arbeit verfasst. So wird dies bei wissenschaftlichen Arbeiten im Studium nicht notwendigerweise erwartet. Bei allem, was nach dem Studium kommt, ist es Pflicht.

Im dritten Schritt beginnt der Autor, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Dabei stellt er mehr oder minder kurz dar, was er an Veröffentlichungen bereits vorgefunden hat und was sie zum eigenen Projekt beitragen können.

Möglich sind Zusammenfassungen der verschiedenen Veröffentlichungen oder auch die Zusammenfassung einzelner Kapitel oder Abschnitte, die dann den Auszügen anderer Werke gegenübergestellt werden. Möglich ist es auch, fremde Autoren wörtlich zu zitieren.

In jedem Fall muss die Herkunft eines Gedankens, Begriffs, Idee oder empirischen Zahl benannt werden. Beim Nachweis unterscheidet man Zitate (wörtliche Übernahmen) und Entlehnungen (nicht wörtliche, sinngemäße Übernahmen). In beiden Fällen werden die Quellen in wissenschaftlichen Anmerkungen (oft in Form einer Fußnote) angegeben. Bei Zitaten werden Autor, Titel, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr und die Seite(n) angegeben, die man verwendet hat; bei Entlehnungen wird der Quelle zumeist ein „siehe“ oder „vgl.“ vorangestellt. Entsprechendes gilt auch für Quellen aus dem Internet. Jede Internetseite ist eine Quelle oder Literatur, die im eigenen wissenschaftlichen Werk angegeben werden muss (URL und Kalenderdatum des Abrufs).

Die genaue Herkunftsangabe ist für die Belegbarkeit einer Behauptung wichtig. Eine Aussage muss bis hin zur Quelle zurückverfolgbar und damit überprüfbar sein. Dies dient auch dem Schutz des Wissenschaftlers selbst. Hat er ungeprüft eine Falschinformation übernommen und die Herkunft nicht angegeben, wird er selbst für den Fehler verantwortlich gemacht. Ausnahmen von dieser Regel sind Allgemeinwissen, („Konrad Adenauer war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland“), Sprichwörter („Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“) oder fachspezifisches Grundwissen, das einer peer group des entsprechenden Fachbereichs bekannt sein muss (etwa der Begriff der Metapher in einem literaturwissenschaftlichen Studiengang).[8]

Zitierfähig sind in der Regel alle wissenschaftlichen Publikationen, hier insbesondere Monografien und Zeitschriftenaufsätze. In Einzelfällen kommt auch Graue Literatur in Frage. Nichtwissenschaftliche Informationsquellen (z. B. Populärliteratur, Boulevardzeitschriften, private Websites) und Nachschlagewerke (Brockhaus Enzyklopädie) gehören in der Regel nicht zur zitierfähigen Literatur. Ob Wikipedia zitierfähig ist, ist umstritten.[9] Neben der Zitierfähigkeit spielt auch die Zitierwürdigkeit eine wesentliche Rolle bei der Auswahl der Quellen.

In einem vierten Schritt entwickelt der Wissenschaftler seine eigene Idee; diese Fragestellung legt das Erkenntnisinteresse des Autors offen und hat unmittelbar Einfluss auf den Aufbau seiner Argumentation. Hierfür trägt er Fakten oder Beispiele zusammen und stellt dar, was er aus den vorgelegten Fakten oder Beispielen schließt. Dabei bemüht er sich, für jede Behauptung einen Beweis bzw. Beleg vorzulegen und jedes Argument zu begründen. Der Argumentationsgang in einer wissenschaftlichen Arbeit folgt den Regeln der Logik. Unverzichtbar ist zuletzt eine Ergebnissicherung in Form eines Fazits (oft „Ergebnis“, „Schluss“ oder „Schlussfolgerungen“ genannt) oder einer „Zusammenfassung“. Bei einer Zusammenfassung ist zu beachten, dass hier keine neuen Gedanken oder Probleme eingeführt werden dürfen. Im Falle einer Veröffentlichung wird häufig ein Abstract vorangestellt, d. h. eine kurze zusammenfassende Wiedergabe von Konzept, Methode(n) und Ergebnis(sen) der Arbeit. Die dargestellte Reihenfolge ist allerdings schematisch. In der Realität überschneiden sich das Entwickeln eigener Thesen und die Lektüre von Quellen oft.

In vielen wissenschaftlichen Bereichen gibt es Fachausdrücke. Es ist zwar nicht notwendig, dass wissenschaftliche Arbeiten in besonderer Weise auf Fremdwörter zurückgreifen, aber oft sind die entsprechenden Fachausdrücke innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gängig und deshalb leichter verständlich. Ein Autor kann im Bedarfsfall auch eigene Begriffe einführen. Das tut er, indem er sie definiert und anschließend immer im selben Sinn verwendet.

Die einzelnen Schritte werden hier idealtypisch als klar getrennt und aufeinander aufbauend beschrieben. In der Praxis gehen die einzelnen Schritte häufig durcheinander und treten manchmal auch gleichzeitig auf. So werden eigene Standpunkte häufig bereits während der Literatursuche entwickelt. Zum Teil geschieht dies auch schon vor der Literaturrecherche, was den Wunsch auslöst, eine wissenschaftliche Arbeit zu einem Thema überhaupt zu schreiben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Franck: Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. 3. Aufl. Paderborn: Schöningh 2017 (= UTB).
  • Kristina Folz, Detlef Jürgen Brauner, Hans-Ulrich Vollmer: Studi-SOS Bachelorarbeit. Erste Hilfe fürs wissenschaftliche Arbeiten. Verlag Wissenschaft & Praxis, Sternenfels 2015, ISBN 978-3-89673-690-1.
  • Volker Ahrens: Abschlussarbeiten richtig gliedern. UTB, Zürich 2014, ISBN 978-3-8252-4096-7.
  • Berit Sandberg: Wissenschaftlich Arbeiten von Abbildung bis Zitat. Ein Lehr- und Übungsbuch für Bachelor, Master und Promotion. Oldenbourg, München 2012, ISBN 978-3-486-71635-1
  • Heidemarie Brezina, Annemarie Grillenberger: Schritt für Schritt zur wissenschaftlichen Arbeit. Es beginnt mit einer Frage ... 2. Auflage. facultas.wuv, Wien 2008, ISBN 978-3-7089-0334-7.
  • Matthias Karmasin, Rainer Ribing: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen. 7. Auflage. facultas.wuv/UTB, Wien 2012, ISBN 978-3-8252-3839-1.
  • Martin Kornmeier: Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht: für Bachelor, Master und Dissertation, 7. Aufl. UTB (Haupt-Verlag), Bern 2016, ISBN 978-3-8252-4601-3.
  • Martha Boeglin: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren. 2., unveränd. Auflage. Fink Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8252-2927-6. (Uni-Taschenbücher. 2927)
  • Helga Esselborn-Krumbiegel: Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. Auflage. Schöningh Verlag, Paderborn 2008, ISBN 978-3-8252-2334-2.
  • Helga Esselborn-Krumbiegel: Richtig wissenschaftlich schreiben. Wissenschaftssprache in Regeln und Übungen. Schöningh Verlag, Paderborn 2010, ISBN 978-3-8252-3429-4.
  • Bernd Heesen: Wissenschaftliches Arbeiten: Vorlagen und Techniken für das Bachelor-, Master- und Promotionsstudium. 3. Auflage. Springer-Gabler Verlag, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-662-43346-1.
  • Dietmar Hübner: Zehn Gebote für das philosophische Schreiben. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012 in UTB, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8252-3642-7.
  • Klaus Niedermair: Recherchieren und Dokumentieren: Der richtige Umgang mit Literatur im Studium. UVK, Konstanz 2010, ISBN 978-3-8252-3356-3.
  • Hans-Otto Schenk: Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. UTB 2657, Göttingen 2005, ISBN 3-8252-2657-3.
  • Simone Broders: Wissenschaftliches Arbeiten in Anglistik und Amerikanistik. München 2015, ISBN 978-3-8252-4427-9.
  • Claus Bliefert, Walter Greulich, Hans Friedrich Ebel: Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften. 5. Auflage. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2006, ISBN 3-527-30802-4.
  • Claus Bliefert, Hans Friedrich Ebel: Bachelor-, Master- und Doktorarbeit. Anleitungen für den naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs. 4. Auflage. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2009, ISBN 978-3-527-32477-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑H. J. Rahn: Betreuung, Bewertung und Begutachtung von Seminar-, Bachelor-,Master- und Diplomarbeiten. In: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium. 35. Jg., 2006, S. 289–295.
  2. ↑Hans-Otto Schenk: Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. UTB 2657, Göttingen 2005, ISBN 3-8252-2657-3, S. 173.
  3. ↑K. Folz/ D. J. Brauner/ H.-U. Vollmer: Studi-SOS Bachelorarbeit. Erste Hilfe fürs wissenschaftliche Arbeiten. Sternenfels 2015, S. 28.
  4. ↑M. R. Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten. 15. Aufl. München 2011, ISBN 978-3-8006-3830-7.
  5. ↑H. Corsten, J. Deppe: Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 3. Auflage. München 2008, S. 2 ff.
  6. ↑A. Brink: Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. 3. Auflage. München/Wien 2007, S. 40 ff.
  7. ↑Simone Broders: Wissenschaftliches Arbeiten in Anglistik und Amerikanistik. München 2015, S. 73.
  8. ↑Simone Broders: Wissenschaftliches Arbeiten in Anglistik und Amerikanistik. München 2015, S. 162.
  9. ↑Vgl. z. B. Kongress 2006: Kollaboratives Wissensmanagement und die Zitierfähigkeit von Wiki-Wissen. pdf, abgerufen am 10. März 2011.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4066571-9(AKS)